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Geschichte

 

 

 

Die Kapelle wurde 1904 als Anstaltskapelle zu den im Jahr 1902 gegründeten Heilstätten Hohenlychen erbaut. Gründer der Heilstätten und Erbauer war der Volksheilstättenverein vom Roten Kreuz, dessen Vorsitzender für Hohenlychen Prof. Dr. Gotthold Pannwitz war. 

Gestiftet wurde die Kapelle von Prof. Dr. Venn, der selbst Mitglied im Vorstand der Abteilung „Ländliche Kolonie“ (Abt.VI) war. Nach seinen Vorstellungen fertigten die Architekten Hakenholz und Brandes aus Hannover die Entwürfe. Somit entstand ein von vielen Stielelementen geprägtes Gebäude.

Die Malereien wurden von Kunstmaler Plinke aus Hannover und die Bleiverglasung von Gottfried Heinersdorf und Co. aus Berlin hergestellt.

Der Anbau am Kirchenschiff erfolgte nachträglich bis 1927.

Im Turm befinden sich heute noch die 3 Glocken gegossen vom Verein Bochum in Bochum 1904.

Die große Glocke trägt die Innschrift, „Eine feste Burg ist unser Gott“, die mittlere Glocke, „Bete und arbeite“ und die kleine, „Friede sei mit Euch“.

Die evangelische und katholische Kirche nutzte die Kapelle im 14-tägigen Wechsel zum Gottesdienst. Es wurden auch Taufen und Trauungen vorgenommen.

 

Nach der Besetzung des Heilstättengeländes durch die Militäreinheiten der sowjetischen Armee 1945 wurde die Kapelle zweckentfremdet und als Treibstofflager genutzt.

Die passend zur Gebäudearchitektur gearbeitete Ausstattung (Altar, Kanzel und Gestühl) der Kirche ging verloren.

Mit dem Abzug des sowjetischen Militärs aus Deutschland wurde auch das Heilstättengelände im Jahre 1993 verlassen. Die Kapelle steht seit dem ungenutzt mit allen angerichteten Schäden.

 

Baubeschreibung von 1920 

Die Kirche ist ein einfacher Bau in romanisierenden Formen. Die Außenarchitektur passt sich den benachbarten Gebäuden der Viktoria-Luise-Kinderheilstätte an. Der obere Teil des Kirchturmes ist auf Wunsch des Schenkgebers in barockisierenden Formen zur Ausführung gelangt. Der hohe einschiffige Raum ist sehr stimmungsvoll vom Kunstmaler Plinke ausgemahlt. Er wird durch eine Anzahl in Gruppen zusammengefasster Seitenfenster beleuchtet. Farbige Bleiverglasungen in denselben sorgen dafür, dass das Licht gedämpft in den Raum fällt. Die kleine, halbförmige Altarnische, zu der zwei Stufen führen, weist drei besonders künstlerische schöne farbige Fenster auf. Unter dieser Altarnische befindet sich auch eine Gruft. Der Altar wird durch eine kostbare Altardecke geziert, die Altargeräte sind einfach, aber dem Stil des Ganzen entsprechend. Die Kanzel ist links vom Altar aufgestellt und hat eine holzgeschnitzte Balustrade, die von einem frühgotischen Säulenbündel getragen wird. Der Altarnische gegenüber befindet sich eine kleine Orgelempore für den Kinderchor und eine den Raumverhältnissen angepasste Orgel. Die Gewölbe und Seitenwände der Altarnischen usw. sind, wie schon vorher erwähnt, sehr stimmungsvoll ausgemalt, und zwar in kräftigen, satten Tönen und in den Formen, wie sie zu den spätromanischen Architekturformen passen. Den Triumphbogen zieren rechts und links zwei in über Lebensgröße gehaltene, singende, stilisierte Engelgestalten in Malerei.    

Ausgeführt ist die in Ost-West-Richtung angeordnete und an der Westseite mit einem Turmanbau versehene Kapelle über rechteckigem Grundriss als schlichter unverputzter Ziegelbau.

An der Ostseite besaß das Bauwerk ursprünglich eine halbrunde Apsis, welche jedoch nach außen hin nicht mehr sichtbar ist, da hier ein Obduktionstrakt angefügt wurde. 

                      

Ebenfalls in neoromanischen Formen präsentiert sich das an der Westseite gelegene Portal der Kapelle. Es wird flankiert von Säulen, die genau wie die Säulchen der Fenster in schlichten Würfelkapitellen enden. Den Portalbogen betont ein kräftiger Rundstab, im Halbkreis darunter findet sich ein Rundbild mit Christuskopf. Die beiden hölzernen Türflügel ziert rustikales Beschlagwerk. Auf Wunsch des Stifters wurde der Kapellenturm abweichend von der zunächst geplanten Variante in neobarocken Formen mit polygonalem Schaft, geschweiftem Helm und abschließender Laterne ausgeführt. Überfangen wird der Raum von einem mit Sternenmalerei versehenen Tonnengewölbe.            

 


 

Konzept zur Nutzung der Kapelle

Als vorrangige Aufgabe betrachtet es der Verein „Heilstätten Hohenlychen e. V.“ die Kapelle zu sanieren und einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Diese Nutzung soll die touristische Infrastruktur durch kulturelle Angebote für alle Einwohner und Gäste verbessern.

Die Veranstaltungen in der Kapelle ergänzen die vielfältigen Angebote in der Stadt und darüber hinaus in den angrenzenden Landesteilen . Sie sind Bestandteil des Kulturkalenders. 

So werden Ausstellungen verschiedener Künstler gezeigt. Kunst als verbindendes Element der Nation Europas zu einem geeinten Europa ohne Rassenhass und Ausgrenzung.

In Zusammenhang mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück sollen hierzu aufklärende Dokumentationen gezeigt werden.

Auch Kunst aus der Region soll vorgestellt werden. Aber auch Themen der Zeit , wie Umwelt- und Naturschutz, Arbeiten und Leben in und mit der Natur, Verkehr und vieles mehr werden Beachtung finden.

Zu besonderen Anlässen werden Konzerte das kulturelle Leben in der Stadt bereichern. Es werden Musikabende der besonderen Art, wie Chormusik, Auftritte von Laienkünstlern der Region, Kabarett und kleine Theaterstücke geplant. Die Kapelle wird darüber hinaus auch anderen Interessenten zur Durchführung von Veranstaltungen offen sein. Und es sind auch wieder Trauungen in diesem besonderen Ambiente möglich. 

 



Förderverein Helenenkapelle Hohenlychen e.V. | verein@kapelle-hohenlychen.de